9-Monatszahlen für das Geschäftsjahr 1999/2000

BERU steigert Gewinn nach Steuern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres um 69 Prozent

Ludwigsburg, 23. Februar 2000 — Die BERU Aktiengesellschaft hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 1999/2000 (endet am 31. März 2000) deutlich mehr verdient als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Getragen vom starken Marktwachstum bei Dieselfahrzeugen in Europa und anlaufenden Systementwicklungen in der Fahrzeugelektronik übertrafen Umsatz und Ertrag die Erwartungen. Der Umsatz wuchs um 8,6% auf 335,1 (308,7) Mio DM. Der Gewinn nach Steuern fiel um 68,5% höher aus und stieg auf 42,8 (25,4) Mio DM. Der Verkauf der Beteiligung an dem US-amerikanischen Sensorenhersteller Optek Technologies, Inc. in Carrollton, Texas hat 5,0 Mio DM zum Nachsteuerergebnis beigetragen. Das Unternehmen will vor allem im Elektronikbereich weiter wachsen und ist zuversichtlich, die hohen Wachstumsraten auch für das Gesamtjahr aufrecht zu halten.

Dieselkaltstarttechnologie und Elektronik treiben das Wachstum

Die Umsatzausweitung lag mit 8,6% über dem geplanten Zuwachs von 5 bis 6%. Es ist geplant, zum Jahresende auch die Tochtergesellschaften BERU Mexiko, BERU Korea und SIMESA, Spanien in die Konsolidierung miteinzubeziehen. Dadurch wird der Umsatz um weitere 3_4% zulegen. Mit technologischen Neueinführungen wie der schlanken Slim Line Glühkerze, Neukunden und Großaufträgen von ISUZU, GM und der Ford Gruppe, Europa baute BERU die Marktführerposition in der Dieselkaltstarttechnologie weiter aus. Stärker als der boomende europäische Dieselmarkt wuchs der Umsatz im Kerngeschäftsfeld Dieselkaltstarttechnologie: Der Konzern steigerte die Erlöse um 22,5% auf 187,0 (152,6) Mio DM. Der Bereich Zündungstechnik für Benzinmotoren hatte dagegen Rückgänge von 8,7% von 120,7 Mio DM auf 110,2 Mio DM zu verzeichnen. Ursache dafür waren geringer als erwartet ausgefallene Umsätze mit Zündspulen und Verbindungsmitteln und die hohe Anzahl produzierter Diesel-PKW. Im Geschäftsfeld Sensoren, Funkentstörung und Allgemeine Industrie legte der Umsatz um 7,1% auf 37,9 (35,4) Mio DM zu. Vor allem im Systemgeschäft mit der Öl- und Gasbrennerindustrie und in der Sensorik erzielte BERU hohe Steigerungen. Auch die im September 1999 übernommene Sparte Elektronische Reifendruckkontrollsysteme trug erstmals zum Umsatz bei.

Trotz Personalaufbau greifen Kostenreduzierungen

Der Personalaufwand stieg mit 6% unterproportional zum Umsatz von 91,3 Mio DM auf 96,8 Mio DM. Aufgrund der Umsatzausweitung und der Akquisition der Sparte Elektronische Reifendruckkontrollsysteme von AMI Doduco nahm die Beschäftigtenzahl im Konzern zum Stichtag 31.12.1999 um 144 Mitarbeiter auf 1.701 (1.557) zu. In den ersten neun Monaten 1999/2000 beschäftigte BERU weltweit durchschnittlich 1.612 (1.472) Mitarbeiter. Dies entspricht einem Zuwachs von 9,5%. Die Personalaufwandsquote ging trotz gestiegener Beschäftigtenzahlen von 29,6% auf 28,9% zurück. Leistungsbedingt stiegen die Aufwendungen für den Materialeinsatz von 100,9 Mio DM auf 103,0 Mio DM. Die Materialaufwandsquote konnte von 32,7% auf 30,7% weiter zurückgeführt werden. Die hohe Auslastung der Produktionsanlagen erforderte überdurchschnittlich hohe Wartungsaufwendungen, so dass die sonstigen betrieblichen Aufwendungen, die die Aufwendungen für Marketing und Vertrieb, Betrieb und Verwaltung enthalten, von 52,8 Mio DM auf 54,4 Mio DM anstiegen. Die Quote wurde von 17,1% auf 16,2% reduziert.

Operative Marge über 20 Prozent

Das laufende Rationalisierungprogramm und die zunehmende Nutzung des internationalen Produktionsverbundes bei steigender Kapazitätsauslastung schlugen sich positiv auf die Entwicklung der operativen Marge nieder. Durch den Verkauf der Beteiligung an dem US-amerikanischen Sensorenhersteller Optek erzielte BERU einen einmaligen Ertrag von 9,7 Mio DM. Das EBIT (Ergebnis vor Finanz- und Beteiligungsergebnis und Steuern) übertraf mit 78,6 Mio DM den Vorjahreswert von 48,4 Mio DM um 62,4%. Mit 23,5% überstieg die operative Marge deutlich die 20 Prozent-Marke. Unter Bereinigung des einmaligen Ertrags aus dem Optek-Verkauf erreichte die EBIT-Marge 20,6% nach 15,7% im Vorjahr. Das Finanz- und Beteiligungsergebnis lag mit 3,6 (3,4) Mio DM leicht über dem Vorjahreswert, so dass das Vorsteuerergebnis um 58,7% höher ausfiel und 82,2 (51,8) Mio DM erreichte. Ohne den Optek-Verkauf hätte das Vorsteuerergebnis 40,0% zugelegt. Die Vorsteuerrendite stieg von 16,8% auf 24,5%. Bereinigt um den einmaligen Optek-Ertrag erzielte BERU eine Rendite von 21,6%.

Ergebnis nach Steuern steigt um 69%, Cash Flow legt um 42% zu

Im Ergebnis nach Steuern profitierte das Unternehmen von der Optimierung des internationale Produktionsverbunds und dem niedrigeren Körperschaftssteuersatz: Die Steuerquote ging auf 47,9% (51,0%) zurück. Nach Steuern verdiente BERU 68,5% mehr als in den ersten neun Monaten des Vorjahres. Der Überschuß lag bei 42,8 (25,4) Mio DM. Bereinigt um den Optek-Verkauf lag der Anstieg bei 48,8%. Der Cash Flow des Konzerns fiel mit 64,7 (45,5) Mio DM ebenfalls um 42,2% höher aus als im Vorjahr.

DVFA-Ergebnis je Aktie steigt von DM 2,61 auf DM 3,78

Das DVFA/SG Ergebnis je Aktie steigerte BERU nach DM 2,61 (1,33 Euro) auf DM 3,78 (1,93 Euro). Dies entspricht einer Wachstumsrate von 44,8%.

Gesamtes Geschäftsjahr soll klar über Planzahlen enden

Der Vorstandsvorsitzende, Ulrich Ruetz, rechnet mit einer deutlich über den Planungen liegenden Geschäftsentwicklung für das Gesamtjahr 1999/2000. Wie bereits in den vier Vorjahren wird der Umsatz bei BERU erneut zweistellig auf über 485 Mio DM zulegen. Der Konzernjahresüberschuß soll deutlich überproportional auf 57_59 Mio DM steigen. Ziel von BERU bleibt es, neben dem Ausbau der internationalen Marktführerschaft im europaweit stark wachsenden Marktsegment Dieselkaltstarttechnologie, verstärkt vollständige Systeme im Bereich der Fahrzeugelektronik zu entwickeln. Dazu sollen weitere Akquisitionen und Joint Ventures unmittelbar beitragen.

Mögliches Übernahmeangebot von Carlyle zu 30 Euro je Aktie

Unverändert gestaltet sich derzeit die Situation um die von der The Carlyle Group Industriebeteiligungs GmbH, München angekündigte Absicht, voraussichtlich im Februar ein Kaufangebot an alle Anteilseigner der BERU Aktiengesellschaft zu unterbreiten. Die The Carlyle Group Industriebeteiligungs GmbH, München, hatte den Vorstand der BERU Aktiengesellschaft im November 1999 davon in Kenntnis gesetzt, dass eine Vereinbarung zum Erwerb einer qualifizierten Minderheitsbeteiligung in Höhe von 26,25 Prozent an der BERU Aktiengesellschaft mit einer Gruppe von BERU Altaktionären aus dem Familienkreis getroffen worden sei. Der vereinbarte Preis, den man auch den übrigen Anteilseignern bieten wolle, hätte 30 Euro je Aktie betragen.

Aktienrückkauf eingeleitet

Im Februar hat die BERU Aktiengesellschaft von der Ermächtigung der Hauptversammlung vom 15. September 1999 Gebrauch gemacht und damit begonnen, bei günstigen Kursen Aktien zurückzukaufen. Maßgeblich sind die hohen Liquiditätsreserven und der hohe erwirtschaftete Free Cash Flow der Gesellschaft bei gleichzeitig niedriger Bewertung der Aktie. Der Vorstand zieht in Betracht, die über die Börse erworbenen Stücke als Zahlungsmittel für weitere Akquisitionen einzusetzen.

Gewinn- u. Verlustrechnung BERU Aktiengesellschaft
Konzern Bericht per 3. Quartal 1999/2000 (1. April — 31. Dezember 1999)

in Mio DM 9 Monate
1999/2000
9 Monate
1998/1999
Veränd.
in %
 
Umsatz netto 335,1 308,7 8,6
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 6,7 3,0 123,3
Andere aktivierte Eigenleistungen 0,5 0,3 66,7
Sonstige betriebliche Erträge* 12,4 1,5 726,7
Materialaufwand 103,0 100,9 2,1
Personalaufwand 96,8 91,3 6,0
Abschreibungen 21,9 20,1 9,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen 54,4 52,8 3,0
Ergebnis vor Beteiligungs- und Finanzergebnis und Steuern (EBIT) 78,6 48,4 62,4
Beteiligungs- und Finanzergebnis 3,6 3,4 5,9
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 82,2 51,8 58,7
Außerordentlicher Aufwand 0,0 0,0 0,0
Ergebnis vor Steuern 82,2 51,8 58,7
Steuern vom Einkommen und Ertrag** 39,4 26,4 49,2
Ergebnis nach Steuern 42,8 25,4 68,5
 
Ergebnis je Aktie (in DM) 3,78 2,61  
 
* enthaltener Ertrag aus Verkauf OPTEK: 9,7    
** enthaltener Steueraufwand 4,7    
Ergebnis nach Steuern ohne Netto-Ertrag OPTEK 37,8    

Kapitalflußrechnung des Konzerns

in TDM 31.12.1999
1999/2000
31.12.1998
1998/1999
 
Jahresüberschuß 42.757 25.382
Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände und Sachanlagen 21.944 20.112
Ergebnis aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens -58 -
Zunahme des Sonderpostens aus Investitionszuschüssen 823 502
Zunahme der Vorräte -24.106 -15.872
Abnahme der Forderungen (i. VJ Zunahme) aus Lief. und Leist. 2.204 -8.915
Zunahme der sonstigen Vermögensgegenstände und aktiven Rechnungsabgrenzungsposten (i. VJ Abnahme) -110 1.402
Abnahme der sonstigen Rückstellungen (i. VJ Zunahme) -14.485 12.215
Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und Schuldwechsel (i. VJ Abnahme) 732 -2.694
Zunahme der sonstigen Verbindlichkeiten und passiven Rechnungsabgrenzungsposten (i. VJ Abnahme) -1.517 -3.084
Veränderung der Forderungen und Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen -2.535 2.150
 
Mittelzufluß aus laufender Geschäftstätigkeit 25.649 31.485
 
 
Auszahlungen für Investitionen in das Anlagevermögen -40.700 -17.195
 
Mittelabfluß aus der Investitionstätigkeit -40.700 -17.195
 
 
Veränderung der Bankverbindlichkeiten 2.713 -4.205
Dividendenausschüttung -10.000 -8.000
 
Mittelzufluß (i. Vj. Mittelabfluß) aus der Finanzierungstätigkeit -7.287 -12.205
 
 
Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestandes -22.338 2.085
Finanzmittelbestand am Anfang der Periode 157.750 156.697
 
Finanzmittelbestand am Ende der Periode 135.412 158.782
 

Cash flow des Konzerns

in Mio DM 31.12.1999
1999/2000
31.12.1998
1998/1999
 
Antlg. Konzernjahresüberschuß 42,8 25,4
Abschreibungen 21,9 20,1
 
  64,7 45,5

Die seit Oktober 1997 börsennotierte BERU Aktiengesellschaft ist mit einem geschätzten Weltmarktanteil von über 40 Prozent bei Glühkerzen für Dieselmotoren weltweit führender Anbieter in der Dieselkaltstarttechnologie. Im Bereich der Zündungstechnik für Benzinmotoren ist BERU ebenfalls einer der vier führenden Anbieter in Europa. Außerdem produziert das Unternehmen Entstörmittel, Sensoren, Zündsysteme für die Öl- und Gasbrennerindustrie sowie elektronische Steuerungen. BERU zählt nahezu alle Automobil- und Motorenhersteller der Welt zu seinen Kunden. Sitz der AG ist Ludwigsburg.

 
Inhalt9-Monatszahlen für das Geschäftsjahr 1999/2000
Datum23.02.2000
ZielgruppeInvestoren, Tagespresse, Wirtschafts- u. Fachpresse
Umfang ca.14.117 Zeichen
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