Ergebnis für das erste Quartal 2002/03

BERU trotzt schwachem Branchenumfeld im ersten Quartal 2002/03

Ludwigsburg, 13. August 2002 — Die BERU Aktiengesellschaft, Ludwigsburg, hat in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2002/03 (1. April — 30. Juni 2002) den Konzernumsatz um 1,5% von 65,0 auf 66,0 Mio Euro gesteigert. Der Gewinn nach Steuern erhöhte sich um 12,3% auf 8,2 (7,3) Mio Euro. Den Umsatz mit elektronischen Reifendruck-Kontrollsystemen (TSS) konnte BERU um 116,7% auf 3,9 Mio Euro steigern. Das TSS zählt zum Geschäftsfeld Elektronik und Sensorik, in dem das Unternehmen das höchste Umsatzwachstum von 31,0% auf 13,1 (10,0) Mio Euro verzeichnete. Das DVFA/SG-Ergebnis je Aktie lag mit 0,70 (0,67) Euro um 4,5% über dem Vorjahresniveau.

EBIT-Marge erneut über 15%

Trotz nach wie vor anstehender Entwicklungsvorleistungen in der Elektronik und Sensorik und noch vorhandener Belastungen aus den Restrukturierungsmaßnahmen bei F 1 Harness Systems Ltd., Diss, Großbritannien, und REMIX Group Electronics Rt., Tiszakécske, Ungarn, konnte BERU die EBIT-Marge auf dem hohen Niveau von 15,2 (15,7)% halten. Das EBIT erreichte 10,0 (10,2) Mio Euro. Die operative Marge inklusive des steuerfreien Ertrags aus der Veräußerung von Anteilen an der US-amerikanischen Gesellschaft Impco Technologies, Inc., Cerritos, in Höhe von 1,2 Mio Euro erreichte 17,0%. Das operative Ergebnis stieg um 9,8% auf 11,2 Mio Euro nach 10,2 Mio Euro im Vorjahr.

Gewinn fällt 12% höher aus

Das stark gesunkene Zinsniveau sowie der aufgrund der Akquisitionsvorhaben notwendige kurzfristige Anlagehorizont ließ das Finanz- und Beteiligungsergebnis um 36,4% auf 0,7 (1,1) Mio Euro abschmelzen. Vor Steuern verdiente der Konzern 5,3% mehr als im Vorjahr und erreichte ein Vorsteuerergebnis von 11,9 (11,3) Mio Euro. Der Periodenüberschuss legte im ersten Quartal um 12,3% auf 8,2 (7,3) Mio Euro zu.

Materialaufwand deutlich gesunken

Die Materialaufwandsquote ging trotz der ausgeweiteten Umsätze im üblicherweise materialaufwandsintensiven Elektronik- und Sensorikbereich von 39,2% auf 35,3% zurück. Die Mitarbeiterzahl im Konzern führte BERU im Vergleich zum Geschäftsjahresanfang auf 2.213 (2.256) Mitarbeiter zurück. Sie lag aber deutlich über der Beschäftigtenzahl des Vorjahresquartals von 2.083. Hier kam der im Rahmen des Restrukturierungsplans bei den Tochtergesellschaften REMIX und BERU Korea Co. Ltd, Chungju-City, Korea, eingeleitete Personalabbau und die weitere Automatisierung der Fertigung an diesen Standorten zum Tragen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal stieg die Personalaufwandsquote auf 32,7 (30,6)%. Eingeflossen ist hier bereits die im Tarifabschluss 2002 vereinbarte Einmalzahlung, die im Juni fällig wurde und zum Anstieg der Personalaufwendungen beitrug.

Dieselwachstum bleibt wichtigste Säule

Im umsatzstärksten Kerngeschäftsfeld Dieselkaltstarttechnologie konnte BERU seinen Umsatz um 1,5% auf 33,2 (32,7) Mio Euro erhöhen. In der Erstausrüstung in Europa steigerte BERU die Erlöse um mehr als 9%. Rückgänge bei den in diesem Jahr auslaufenden Wasserglühkerzen für Pkw-Innenraumzuheizung sowie ein unverändert schwaches Geschäft bei Nutzfahrzeugen verhinderten höhere Zuwächse. Die elektronischen PTC-Zuheizsysteme der BERU AG werden die Wasserglühkerzen in Zukunft ersetzen und laufen im vierten Quartal zusammen mit dem Dieselsofortstartsystem in Europas größter Plattform, der VW-Golfplattform, an. In den USA und Asien fielen die Umsätze marktbedingt schwächer aus, wobei in Korea insbesondere der mehrwöchige Streik bei Hyundai Motor Corporation den Absatz belastete. Vor allem in den USA gibt es erste klare Signale, dass einige Hersteller sich auf steigende Dieselanteile in Nordamerika einstellen

Schwierige Zeiten für die Zündungstechnik

In der Zündungstechnik für Benzinmotoren wurde das Unternehmen von der weltweit schwachen Automobilkonjunktur getroffen und verbuchte einen Umsatzrückgang von 11,7% auf 19,7 (22,3) Mio Euro. Neben den streikbedingten Rückgängen in Korea nahm der Umsatz mit Verbindungsmitteln ab. Bei Zündkerzen erreichte BERU aufgrund des Ersatzteilgeschäfts annähernd das Vorjahresniveau. Mit dem Anlaufen neuer Aufträge für moderne Zündspulen für Renault ist gegen Ende des dritten Quartals mit wieder steigenden Umsätzen bei Zündspulen zu rechnen.

Geschäftsfeld Elektronik und Sensorik legt um 31% zu

Das Geschäftsfeld Sensorik und Elektronik verzeichnete das höchste Wachstum. Hierzu trugen neben der Reifendruck-Kontrolle um 23% gestiegene Auslieferungen bei Sensoren und bei elektronischen Steuergeräten bei. BERU steigerte den Umsatz um 31,0% auf 13,1 (10,0) Mio Euro. Das Geschäftsfeld, von dem das Unternehmen auch in Zukunft hohe Zuwächse erwartet, erreichte einen Anteil am Gesamtumsatz von 19,8 (15,4)%.

Reifendruck-Kontrolle auf europäischem Vormarsch

In der Sparte Elektronische Reifendruck-Kontrollsysteme konnte BERU den Umsatz im ersten Quartal um 116,7% steigern und erreichte 3,9 (1,8) Mio Euro. Feststellbar ist, dass das pünktliche Anlaufen der Reifendruck-Kontrollgesetzgebung im November 2003 in den USA auch bei den BERU Kunden in Europa zu steigenden Ausstattungsraten führt. Derzeit liefert die BERU AG das Tire Safety System TSS an die Hersteller Porsche, BMW, Audi, VW, Bentley, Ferrari, Land Rover und DaimlerChrysler. BERU wird sich zukünftig auf den europäischen Markt und die deutschen Hersteller, mit denen gemeinsam die Spezifikationen für die Reifendruck-Kontrolle entwickelt wurden, konzentrieren. Mit einem neuartigen modularen Systemansatz wird BERU je nach Kundenbedürfnis das Anforderungsprofil des Reifendruck-Kontrollsystems individuell ausrichten und auch in Europa eine kosteneffiziente Kombination von Elektronischem Schließsystem (Keyless Start/Keyless Go) mit dem Reifendruck-Kontrollsystem TSS auf den Markt bringen. BERU beteiligt sich auch weiterhin an allen Ausschreibungen auf dem nordamerikanischen Markt, wenn es sich um höherwertige Plattformen mit hohen technologischen Ansprüchen handelt. Das Management wird den Ausbau der Sparte mit Nachdruck verfolgen und geht von einem weiterhin hohen ertragsorientierten Wachstum der Sparte in den Folgejahren aus.

Ausblick

BERU geht von einem weiterhin schwierigen Marktumfeld aus. Das Management plant, den Umsatz aus organischem Wachstum auf dem Vorjahresniveau zu halten beziehungsweise moderat zu steigern und den um Einmaleffekte bereinigten Ertrag analog zu entwickeln. »Wir bewegen uns derzeit sicher in einem besonders schwierigen konjunkturellen Branchenumfeld. Neben dem weiterhin wachsenden Dieselgeschäft wird BERU aber auch aus den im vierten Quartal in der Golf-Plattform neu anlaufenden PTC-Zuheiz- und Dieselsofortstartsystemen Umsätze generieren, sowie aus der anlaufenden Zündspulenproduktion für Renault. In Europa gehen wir davon aus, doppelt so viele Reifendruck-Kontollsysteme zu verkaufen wie im letzten Jahr. Gleichzeitig arbeiten wir mit Nachdruck daran, im Rahmen unseres Effizienzprogramms die Kosten zu senken und das Breakeven-Level bereits bei weniger als 200.000 gebauten Systemen zu erreichen«, so Ulrich Ruetz, Vorsitzender des Vorstandes der BERU AG.

BERU Aktiengesellschaft, Konzern Gewinn- u. Verlustrechnung
1. Quartal 2002/2003 (1. April — 30. Juni 2002)

  2002/2003
Mio Euro
2001/2002
Mio Euro
Veränd.
in %
 
Umsatzerlöse 66,0 65,0 1,5
Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen 2,3 3,8 -39,5
Andere aktivierte Eigenleistungen 0,1 0,1 0,0
Sonstige betriebliche Erträge 3,0 2,0 50,0
Materialaufwand -23,3 -25,5 -8,6
Personalaufwand -21,6 -19,9 8,5
Abschreibungen auf immat. VG und Sachanlagen -4,9 -4,7 4,3
Sonstige betriebliche Aufwendungen -10,4 -10,6 -1,9
Ergebnis vor Beteiligungs- und Finanzergebnis und Steuern* 11,2 10,2 9,8
Finanz- und Beteiligungsergebnis 0,7 1,1 -36,4
Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 11,9 11,3 5,3
Ergebnis vor Steuern 11,9 11,3 5,3
Steuern vom Einkommen und Ertrag und sonstige Steuern -3,7 -4,0 -7,5
Gewinnanteil anderer Gesellschafter - - 0,0
Ergebnis nach Steuern 8,2 7,3 12,3
 
Vorläufiges DVFA- Ergebnis je Aktie (in Euro) 0,70 0,67 4,5
 

*inkl. steuerfreie Erträge aus der Veräußerung von Wertpapieren

Kapitalflußrechnung des Konzerns
1. Quartal 2002/2003 (1. April — 30. Juni 2002)

  2002/2003
Mio Euro
2001/2002
Mio Euro
 
Periodenergebnis (einschl. Ergebnisanteilen von Minderheitsgesellschaften) 8,2 7,3
Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens 4,9 4,7
Abnahme der Rückstellungen -0,5 -1,4
Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträge 0,0 -0,2
Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 0,0 -0,7
Gewinn aus dem Abgang von Wertpapieren des Umlaufvermögens -1,9 0,0
Abnahme (Vj. Zunahme) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind 9,0 -1,4
Abnahme (Vj. Zunahme) der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva, die nicht der Investitions- oder Finanzierungstätigkeit zuzuordnen sind -4,6 2,9
 
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit 15,1 11,2
 
 
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 0,6 -
Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -3,0 -2,3
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des immateriellen Anlagevermögens - -
Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -0,2 -
Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens - 1,7
Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen - -0,6
Auszahlungen für den Erwerb von konsolidierten Unternehmen - -0,4
Einzahlungen aufgrund von Finanzanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition 8,8 2,0
Auszahlungen aufgrund von Finanzanlagen im Rahmen der kurzfristigen Finanzdisposition - -
 
Cashflow aus der Investitionstätigkeit 6,2 0,4
 
 
Auszahlungen für Dividenden - -
Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzkrediten 0,4 0,8
Auszahlungen aus der Tilgung von Finanzkrediten -1,5 -0,6
 
Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit -1,1 0,2
 
 
Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 20,2 11,8
Zahlungsunwirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds 0,2 -
Konsolidierungskreisbedingte Änderungen des Finanzmittelfonds - -
Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 93,4 67,1
 
Finanzmittelfonds am Ende der Periode 113,8 78,9
 

Umsatz nach Segmenten (Vertriebswege)
1. Quartal 2002/2003 (1. April — 30. Juni 2002)

  2002/2003
Mio Euro
2001/2002
Mio Euro
 
Erstausrüstung 43,8 42,1
Handel 17,2 19,1
Allgemeine Industrie 5,0 3,8
 
  66,0 65,0
 

Cashflow des Konzerns
1. Quartal 2002/2003 (1. April — 30. Juni 2002)

  30.06.2002
Mio Euro
30.06.2001
Mio Euro
 
Periodenergebnis 8,2 7,3
Abschreibungen 4,9 4,7
Veränderung der langfristigen Rückstellungen 0,1 0,0
 
  13,2 12,0
 

Konzernbilanz zum 30. Juni 2002

Aktiva 30.06.2002
Mio Euro
31.03.2002
Mio Euro
 
Anlagevermögen    
Immaterielle Vermögensgegenstände 15,7 16,4
Sachanlagen 70,8 72,5
Finanzanlagen 3,9 3,9
 
  90,4 92,8
 
 
Umlaufvermögen    
Vorräte 52,5 44,8
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände    
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 42,3 55,5
Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3,2 3,7
Sonstige Vermögensgegenstände 4,9 7,9
 
  50,4 67,1
Wertpapiere 88,5 80,2
Flüssige Mittel 32,4 27,0
 
  223,8 219,1
Rechnungsabgrenzungsposten 0,8 0,9
 
  315,0 312,8
 
 
 
Passiva 30.06.2002
Mio Euro
31.03.2002
Mio Euro
 
Eigenkapital    
Gezeichnetes Kapital 26,0 26,0
Kapitalrücklage 73,1 73,1
Gewinnrücklagen 94,0 94,7
Bilanzgewinn 30,5 21,3
Anteile anderer Gesellschafter 2,1 2,2
 
  225,7 217,3
Sonderposten aus Investitionszuschüssen 2,3 2,3
 
 
Rückstellungen    
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 11,3 11,2
Übrige Rückstellungen 33,3 33,9
 
  44,6 45,1
 
 
Verbindlichkeiten    
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 21,7 22,8
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 12,4 16,1
Verbindlichkeiten aus der Annahme gezogener Wechsel und der Ausstellung eigener Wechsel 2,6 1,4
Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 0,2 0,4
Sonstige Verbindlichkeiten 5,3 7,3
 
  42,2 48,0
 
 
Rechnungsabgrenzungsposten 0,2 0,1
 
  315,0 312,8
 

Die seit Oktober 1997 börsennotierte BERU Aktiengesellschaft ist mit einem geschätzten Weltmarktanteil von über 40% bei Glühkerzen für Dieselmotoren weltweit führender Anbieter in der Dieselkaltstarttechnologie. Im Bereich der Zündungstechnik für Benzinmotoren zählt die Gesellschaft ebenfalls zu den vier führenden Anbietern in Europa. BERU expandiert stark in den Elektronikbereich mit dem Schwerpunkt kompletter, elektronischer Systemlösungen für die Fahrzeugindustrie. Außerdem entwickelt und produziert das Unternehmen Sensortechnologie und Zündsysteme für die Öl- und Gasbrennerindustrie. BERU zählt nahezu alle Automobil- und Motorenhersteller der Welt zu seinen Kunden. Sitz der AG ist Ludwigsburg, Deutschland.

 
InhaltErgebnis für das erste Quartal 2002/03
PI Nummer09_IR
Datum13.08.2002
ZielgruppeInvestoren, Wirtschafts- und Tagespresse
Umfang ca.19.453 Zeichen
Abdruck honorarfrei, Belegexemplar erbeten.
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