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Ergebnis für das 1. Halbjahr 2004/05BERU steigert Umsatz im 1. Halbjahr um 17%Aufgrund der hohen Zuwachsraten im Kerngeschäftsfeld Dieselkaltstarttechnologie sowie des positiven Geschäftsverlaufs bei PTC-Zuheizern und Hochtemperatursensoren im jüngsten Geschäftsfeld Elektronik und Sensorik konnte der Konzern die Erlöse organisch um mehr als 10% ausweiten. 13,4 Mio Euro steuerte darüber hinaus der im August 2003 übernommene französische Teilkonzern BERU Eyquem bei. Deutlich unter den Erwartungen entwickelte sich die elektronische Reifendruckkontrolle. Umsatzplus von fast 15% im Kerngeschäftsfeld Im Kerngeschäftsfeld Dieselkaltstarttechnologie verzeichnete BERU in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres ein Umsatzwachstum von 14,6% auf 80,3 Mio Euro nach 70,1 Mio Euro im Vorjahr. Dabei stellt sich die Absatzentwicklung in den einzelnen Produktgruppen und Vertriebswegen unterschiedlich dar: Mit dem Absatz von Glühkerzen für Motoranwendungen in der Erstausrüstung erzielte BERU im ersten Halbjahr ein Umsatzplus von mehr als 10%. Unter den Erwartungen lag das OES-Geschäft mit Ersatzteilen für das Nachrüstgeschäft der Fahrzeughersteller und das Handelsgeschäft mit dem nicht markengebundenen freien Handel, obwohl im Vergleich zum ersten Quartal eine leichte Belebung spürbar war. Offensichtlich konnten die vorhandenen Lagerbestände der Ersatzteilversorgungszentren aufgrund des milden Klimas noch nicht vollumfänglich abgebaut werden. Sehr zufrieden zeigt sich das Unternehmen dagegen mit den Verkäufen des ISS-Dieselschnellstartsystems in der Erstausrüstung, dessen Absatz deutlich über unseren Planungen liegt. In diesem technologisch anspruchsvollen Segment nimmt BERU eine klare Führungsrolle ein. Dies spiegelt die angesichts hoher Treibstoffpreise starke Nachfrage nach Dieselmotorisierung wieder. Vor dem Hintergrund der anspruchsvolleren Emmissionsgesetzgebung in Europa und in den Vereinigten Staaten ist davon auszugehen, dass die Entwicklungskompetenz von BERU in der Dieselkaltstarttechnologie auch in den kommenden Jahren auf zunehmende Nachfrage stoßen wird. In Nordamerika wird die Nachfrage nach moderner Dieseltechnologie augenscheinlich: BERU gelang es, den Umsatz in den USA um zwei Drittel von 12,2 Mio Euro auf über 20 Mio Euro auszuweiten. Insbesondere das ISS, das bei hochvolumigen Dieselmotoren für Geländewagen und Pick-Up Trucks eingesetzt wird, erfreut sich bei den Kunden hohen Zuspruchs. Die Abrufe liegen hier über Plan. Zündungstechnik weiterhin geprägt vom Eyquem-Zukauf Im Geschäftsfeld Zündungstechnik für Benzinmotoren konnte BERU den Umsatz um 18,6% auf 57,4 (48,4) Mio Euro ausweiten. Der Umsatzanstieg resultiert im Wesentlichen aus der Akquisition der französischen Tochter BERU Eyquem, die im Gegensatz zum Vorjahr sechs Monate zum Umsatz beigetragen hat. Bei Zündspulen entwickelte sich die Absatzsituation bedingt durch Anteilsgewinne und Hochlaufeffekte bei einem französischen Kunden über Plan. BERU geht derzeit davon aus, dass die Erlöse mit Zündspulen im kommenden Jahr weiter anziehen werden. Die Ertagssituation bei der französischen Tochter Eyquem in Chazelles sur Lyon ist weiterhin unbefriedigend. Im Vordergrund steht derzeit, die Produktionsanlagen zu modernisieren und die Logistik- und Produktionsprozesse auf die neue kompakte 12 Millimeter-Zündkerzentechnologie auszulegen, bei der sich BERU als Premium-Anbieter unter den TOP 3-Herstellern positionieren will. Deutlich spürbar sind allerdings bereits Cross-Selling-Effekte in der Zusammenarbeit mit den französischen Herstellern und auf den internationalen Ersatzteilmärkten. In der Erstausrüstung konnte BERU nach einem ersten Lieferauftrag der VW Gruppe einen weiteren Fortschritt erzielen und zwei europäische Automobilhersteller als Kunden gewinnen. Das Unternehmen hat sich dabei erstmals mit der neuen kompakten M 12 Technologie gegen den internationalen Wettbewerb durchgesetzt und wird eine gemeinsame 4-Zylinder Benzinmotorenplattform der beiden OEMs (Original Equipment Manufacturer) mit neu entwickelten kompakten Premium-Zündkerzen mit Doppelplatinierung beliefern. Mit ersten Auslieferungen soll im Geschäftsjahr 2005/06 begonnen werden. BERU plant, nach erfolgtem Hochlaufen der Produktion, das jährliche Liefervolumen in den folgenden Jahren je nach Abrufen auf eine Größenordnung zwischen 2,5 bis 3,5 Mio Kerzen zu steigern. Unterschiedliche Entwicklung in der Elektronik und Sensorik Im jüngsten Geschäftsfeld Elektronik und Sensorik erzielte der Konzern ein Umsatzplus von 17,3% und erreichte 42,1 Mio Euro nach 35,9 Mio Euro im Vorjahr. Bei PTC-Zuheizern für die Fahrgastzelle, die überwiegend in dieselbetriebenen Fahrzeugen zum Einsatz kommen, und bei Hochtemperatursensoren verzeichnet das Unternehmen hohe Zuwächse. Bei Hochtemperatursensoren kann BERU auf den sich in vielen europäischen Ländern wie Frankreich, Deutschland und Österreich abzeichnenden Trend setzen, den Einsatz eines Dieselpartikelfilters zur Pflicht zu machen oder Fahrzeuge mit Dieselmotor steuerlich zu begünstigen. Unter den Erwartungen fiel die Entwicklung in der Sparte elektronische Reifendruck-Kontrollsysteme aus, die im ersten Halbjahr unter den erreichten Vorjahreswerten lag und damit auch die Ergebnissituation belastete. Diese Entwicklung war zurückzuführen auf die Unsicherheiten über die ausstehende US-Gesetzgebung, die schließlich Mitte September 2004 verabschiedet wurde, und eine damit verbundene Anlaufverschiebung bei einem Kunden. Seit Bekanntgabe der verschärften Verordnungsdetails für die USA stellt das Unternehmen ein sprunghaft gestiegenes Interesse bei den Kunden fest und geht von zukünftig wieder steigenden Ausstattungsraten aus. Zuwachs in Auftragseingang und Auftragsbestand Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres ziehen Auftragseingang und -bestand auf höherer Vergleichsbasis weiter an. So nahm der Auftragseingang um 14,6% zu und stieg von 163,3 Mio Euro auf 187,2 Mio Euro an. Der Auftragsbestand verzeichnete mit 173,6 (155,6) Mio Euro einen Zuwachs von über 11%. Mitarbeiterzahl gesunken Die Mitarbeiterzahl lag zum Ende der ersten sechs Monate im Konzern bei 2.621 Beschäftigten und damit im Vergleich zum 30. Juni 2004 rund 2% unter der Zahl des Vorquartals. Die Personalaufwandsquote stieg auf 32,3% (30,5%) an. Hierin enthalten sind jedoch die jetzt feststehenden einmaligen Aufwendungen für das Ausscheiden eines Vorstands. Materialaufwandsquote unter Vorjahr Der Materialaufwand ist im ersten Halbjahr um 10,8% auf 64,9 (58,6) Mio Euro gestiegen. Dieser Anstieg ist in erster Linie auf die allgemeine Ausweitung des Absatzes zurückzuführen. Bei steigenden Rohstoffpreisen ist es gelungen, die Materialaufwandsquote auf 36,1% nach 38,0% im Vorjahr zurückzuführen. Positiv wirkte sich hier der Produktmix aus. Für das Gesamtjahr planen wir weiterhin mit einer Materialaufwandsquote von 36,5% bis 37,5%. Bezogen auf die Konzernleistung (Umsatz zuzüglich Bestandsveränderungen und aktivierter Eigenleistungen) ergibt sich eine Quote von 34,9% (35,6%). Die Rohertragsmarge erhöhte sich auf 63,9% (62,0%). Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen im ersten Halbjahr 2004/05 bei 29,8 Mio Euro nach 25,5 Mio Euro im Vorjahr. Als Anteil am Konzernumsatz blieben sie mit 16,6% (16,5%) nahezu konstant. EBIT-Marge vor Einmalaufwand stabil Das Ergebnis im zweiten Quartal wurde durch einmalige außerordentliche Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Ausscheiden eines Vorstandes und Kosten für Beratungsleistungen im Zusammenhang mit der angekündigten Übernahme der BERU Gruppe durch BorgWarner in Höhe von insgesamt 4,2 Mio Euro belastet. Das EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern) stieg vor einmaligen Aufwendungen im eigentlichen operativen Geschäft um 10% auf 26,4 (24,0) Mio Euro an. Unter Miteinbeziehung der außerordentlichen Aufwendungen ergab das EBIT dagegen 22,2 Mio Euro. Die hohe Ertragskraft des Unternehmens blieb mit einer adjustierten EBIT-Marge von 14,7% auf hohem Niveau, lag jedoch unter dem Vorjahr (15,5%). Aufgrund der unbefriedigenden Ertragssituation bei der französischen Tochter Eyquem fiel die operative Marge um ca. einen Prozentpunkt niedriger aus. Maßnahmen zur Steigerung der Ertragskraft werden derzeit mit Nachdruck umgesetzt. Die deutlich unter den Erwartungen liegenden Umsätze in der Reifendruckkontrolle, die unter Vorjahresniveau ausfielen und zu einem Rückgang unter die Breakeven-Schwelle führten, stellten ebenfalls eine merkliche Belastung der Konzernmarge dar. Bereinigtes Vorsteuerergebnis legt um 11% zu Das Finanzergebnis stieg moderat von 1,3 Mio Euro auf 1,6 Mio Euro. Vor Steuern verdiente BERU 2,7 Mio Euro mehr, wenn man das adjustierte Vorsteuerergebnis betrachtet, das um 10,7% von 25,3 Mio Euro auf 28,0 Mio zulegte. Inklusive der im zweiten Quartal angefallenen einmaligen Aufwendungen erreichte das Vorsteuerergebnis 23,8 Mio Euro. Adjustiertes Ergebnis je Aktie bei 1,67 Euro Die Ertragsteuerquote lag mit 37,7% (35,9%) deutlich höher, was u.a. auf die ertragsunabhängige Substanzsteuer bei BERU Eyquem zurückzuführen ist. Die Gesamtsteuerquote erhöhte sich auf 40,3% (37,2%). Vor einmaligen Aufwendungen stieg der Konzerngewinn trotz der deutlich höheren Steuerquote um 6% auf 16,7 (15,8) Mio Euro an. Unter Miteinbeziehung der außerordentlichen Positionen lag der Konzerngewinn bei 14,1 Mio Euro. Das um einmalige Effekte bereinigte Ergebnis je Aktie erhöhte sich auf 1,67 (1,58) Euro. Investitionsquote von über 10% garantiert zukünftiges Wachstum BERU investiert weiterhin nachhaltig in die Zukunft des Unternehmens. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände erhöhten sich um fast 16% auf 18,5 (16,0) Mio Euro und konnten vollständig aus dem erwirtschafteten Cashflow bezahlt werden. Sie liegen damit im Rahmen der Planungen für das Gesamtjahr, in dem ein Investitionsvolumen von 35 bis 37 Mio Euro vorgesehen ist, das zum überwiegenden Teil in die Erweiterung der Produktionskapazitäten fließt. Die Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen lagen bei 14,3 Mio Euro. Die aktivierten Entwicklungsaufwendungen - darunter fallen ausschließlich Projekte, die für einen konkret messbaren wirtschaftlichen Nutzen für das Unternehmen und im Rahmen eines dokumentierbaren Kundenvertrags abgearbeitet werden - machten 5,2 Mio Euro bei Abschreibungen auf aktivierte Entwicklungsaufwendungen in Höhe von 0,5 Mio Euro aus. Der operative Free Cashflow fiel wegen der gestiegenen Investitionstätigkeit mit 8,8 (11,9) Mio Euro niedriger aus als im Vorjahr. Der Cashflow des Konzerns lag bei 27,3 (27,9) Mio Euro entsprechend einer Cashflow Rendite von mehr als 15%. Die liquiden Mittel im Konzern beliefen sich zum Quartalsende auf 91,5 Mio Euro nach 104,6 Mio Euro zum Ende des ersten Quartals. Die Nettofinanzposition verringerte sich um 12,4 Mio Euro auf 67,3 (79,7) Mio Euro im Vergleich zum Ende des ersten Quartals 2004/05. Ausblick Operativ sieht sich der BERU Vorstandsvorsitzende Marco v. Maltzan in den strukturell wachsenden Märkten - der Dieseltechnologie und der Elektronik - auf dem richtigen Weg. »Dazu tragen auch unser Effizienzsteigerungsprogramm PAP (Productivity Action Plan) und die technologische Aufwertung der Prozesse bei BERU Eyquem bei. Wir gehen davon aus, unser bisheriges Jahresziel, das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen analog zum Umsatzwachstum von mindestens 13% voranzubringen, zu erreichen. Unter Einbeziehung des außerordentlichen Aufwands streben wir ein operatives Ergebnis von mindestens 59 Mio Euro an«, erklärt v. Maltzan mit Blick auf das Gesamtjahr. Bei ISS Dieselschnellstartsystemen plant BERU, weiterhin steigende Stückzahlen auszuliefern. Dabei unterstützt die kontinuierlich zunehmende Dieselmotorisierung. In der Reifendruckkontrolle hat die Entscheidung der US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA Mitte September den entscheidenden Akzent gesetzt: Das Kundeninteresse ist spürbar gestiegen, es zeichnet sich eine erfreuliche Auftragsentwicklung ab. Von der technologischen Kompetenz und langjährigen Erfahrung in der Applikation will BERU verstärkt profitieren. Für den Umsatz erwartet das Unternehmen, nach der enttäuschenden Entwicklung und Stagnation bei TSS im laufenden Geschäftsjahr, im nächsten Jahr wieder an die positive Entwicklung der letzten Jahre anzuknüpfen und Umsatzerlöse von über 45 Mio Euro erreichen zu können. Eine Verbesserung der allgemein schwierigen Marktbedingungen in der Automobilindustrie, insbesondere auf dem deutschen Markt, sieht BERU derzeit allerdings nicht.
BERU Aktiengesellschaft, Konzern Gewinn- und Verlustrechnung nach IFRS
Konzernbilanz zum 30. September 2004 nach IFRS
Kapitalflussrechnung des Konzerns nach IFRS
Cashflow des Konzerns nach IFRS
Umsatz und EBIT nach Segmenten (Vertriebswege) nach IFRS
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