Profi-Tipps: BERU Dieselschnellstart-System ISS richtig warten und reparieren
Seit acht Jahren sorgt das BERU Instant Start System (ISS) bei Selbstzündern für einen ottomotorischen Schlüsselstart. Jetzt kommen immer mehr ISS-Fahrzeuge zu Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten in die Werkstatt.
(Ludwigsburg, 4. September 2008) Die erste Generation des BERU
Dieselschnellstart-Systems (ISS) ist seit dem Jahr 2000 am Markt. Seitdem sorgt es in Fahrzeugen von Audi, BMW, Chevrolet, Hyundai, Isuzu, Jeep, Mercedes-Benz, Opel, Seat, Skoda und Volkswagen ab Werk für einen ottomotorischen Schlüsselstart. Der US-Hersteller General Motors setzt seit 2004 das ISS bei seinen Light-Trucks ein.
Acht Jahre nach dem Serienanlauf stehen jetzt bei Fahrzeugen Austausch- oder Instandsetzungsarbeiten an. Für Werkstätten bedeutet das: Immer mehr Fahrzeuge mit BERU ISS-Technologie kommen zum Service.
BERU ISS: Austauschtipps vom Profi für Profis
BERU ISS-Glühkerzen sehen ihren Vorgängertypen zwar auf den ersten Blick täuschend ähnlich, unterscheiden sich technisch aber gravierend von ihnen. Als elektronisch gesteuerte Glühkerzen (GE-Typen) haben sie bei - 25°C eine Aufheizzeit von lediglich ein bis zwei Sekunden und benötigen deutlich weniger Energie als herkömmliche Glühkerzen. Ein Mikrocontroller im elektronischen ISS-Steuergerät regelt die Glühströme abgestimmt auf den Bedarf des Motors. Die elektronische Steuerung ermöglicht unter anderem gezieltes Zwischenglühen, beispielsweise im Leerlauf oder nach längerem
Schubbetrieb. Vorteile: ein permanent sicherer Verbrennungsvorgang, weitestgehende Verhinderung von Warmlaufproblemen, unrundem Motorlauf, Dieselnageln und übermäßigen Vibrationen.
Zur individuellen Ansteuerung setzt BERU Leistungshalbleiter ein, die je nach Typ und Fahrzeughersteller auf Spannungen zwischen 4,4 und 5 Volt ausgelegt sind. Das bedeutet für Werkstatt-Profis: Bei einer Bestromung mit 12 Volt würden ISS-Glühkerzen durch Überspannung sofort zerstört. Deshalb gilt: immer auf Nummer sicher gehen und vor dem Testen einer Glühanlage unbedingt prüfen, ob der Motor mit BERU ISS bestückt ist.
ISS-Glühkerzen, die zum Austausch anstehen, lassen sich durch die Fehlermeldung auf dem Cockpit-Display oder in der Werkstatt mittels
Onboard-Diagnose (OBD) schnell aufspüren. Günther Vogt, BERU
Abteilungsleiter Handel/Technik, rät dann zu folgendem Vorgehen: „Ist das betreffende Fahrzeug 100.000 oder mehr Kilometer gelaufen, sollte man wegen des oft erheblichen Montageaufwands gleich den kompletten ISS-Glühkerzen Satz tauschen. Hat der Motor erst knapp 60.000 Kilometer hinter sich, muss man meist nur die defekte Glühkerze ersetzen. Bei einer Montagezeit von maximal 4,5 Stunden für den Austausch der Kerzen, würde ich Werkstattkunden immer zum Komplettaustausch raten.“ Welche ISS-Glühkerzen und Glühzeit-Steuergeräte sich für welche Fahrzeuge eignen, steht in der aktuellen BERU Zünd-/Glühkerzen-Verwendungsliste.
Nur nicht abdrehen: ISS-Glühkerzen fachgerecht montieren
Beim Aus- und Einschrauben der schlanken Schnellstart-Glühkerzen ist ein passender Drehmoment-Schlüssel unerlässlich. Dabei ist vor allem auf das vorgeschriebene Drehmoment zu achten: bei ISS-Glühkerzen mit M10-Gewinde 15 Nm, bei M9-Glühkerzen 12 Nm und bei ISS-Glühkerzen mit M8-Gewinde 10 Nm. BERU Profi Vogt weiß aus langjähriger Hotline-Erfahrung: „Mit einem zu hohen Anzugsdrehmoment kann man nicht nur die ISS-Kerze abdrehen, sondern auch zunächst unbemerkt den Ringspalt der Glühkerze zuziehen. Die verschleißt dann durch Überhitzung vorzeitig. Ist eine ISS-Kerze bereits kurze Zeit nach dem Einbau defekt, liegt es meistens daran.“ Durch motorbedingte Verkokung kann sich der Ringspalt ebenfalls zusetzen. Folge: Die Selbstregelung der ISS-Glühkerze wird gestört, es kommt zum Ausfall. Vogt: „Wer ab und zu Synthetikkraftstoff tankt,
kann diese Verkokung einfach und effektiv verhindern.“ Ebenfalls wichtig: Vor dem Einbau Gewinde und Schaft der Glühkerzen mit BERU Glühkerzen-Montagefett einstreichen. Das erleichtert die Montage und die spätere Demontage der Glühkerzen.
Sind die ISS-Glühkerzen ausgetauscht, setzt man den Fehlerspeicher des Fahrzeugs zurück. Oder aber, man bringt das ISS-System fünf bis sieben Mal zum Vorglühen: Das intelligente ISS-Steuergerät lernt sich dabei selbst ein und die Fehlermeldung verschwindet.